Die Verfilmung

Der Film Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt kam im Sommer 2010 in die Kinos. Das Echo war geteilt, da die Produktion auf ein sehr spezielles Publikum ausgerichtet war. Wir beleuchten hier die Hintergründe des Films.

Der Comicroman

Der Film basiert auf einer Comicroman-Reihe von Bryan Lee O’Malley. In insgesamt sechs Bänden entwickelt der kanadische Cartoonist die Geschichte um Scott Pilgrim. Scott spielt in einer Rockband und ist ein recht fauler Zeitgenosse. Um seine Traumfrau zu erobern, muss er gegen deren Ex-Liebhaber kämpfen. Die Reihe kam bei den Lesern und in der Fachwelt sehr gut an und erhielt einige Auszeichnungen

Pläne für die Filmadaption

Nach Fertigstellung der ersten Ausgabe setzte sich der Verlag Oni Press mit Universal Studios in Verbindung. Hier war man an einer Verfilmung der Buchreihe interessiert und holte den britischen Regisseur Edgar Wright ins Boot, Produzent sollte Marc E. Platt werden. Der Autor war von einer Filmadaption nicht wirklich begeistert. Er befürchtete, der Film würde das Werk nicht in seinem Sinne präsentieren. Mit Schauspielern, die er nicht leiden konnte, würde das Filmteam eine kommerziell ausgerichtete Actionkomödie auf die Leinwand bringen. Trotz der Befürchtung, die Kontrolle über sein „Baby“ zu verlieren, war er aber durchaus an den Einnahmen aus der Produktion interessiert. Die Ideen für den sechsten Band hielt er anfangs zurück, er wollte offenbar sein eigenes Ende der Geschichte unabhängig vom Film präsentieren. Aber während der Dreharbeiten gab er seinen Widerstand auf und stellte seine Notizen zur Verfügung.

Verfilmung

Michael Bacall erhielt den Auftrag, das Drehbuch zu schreiben. Der Titel wurde auf „Scott Pilgrim vs. the World“ festgelegt. Da der Film auf sechs einzelnen Bänden basiert, war ein übergreifender Titel erforderlich. Bis Anfang 2009 wurden Schauspieler gecastet. Die Dreharbeiten fanden von März bis August 2009 in Toronto statt. Für die Darsteller konnte eine gute Mischung aus bereits bekannten Schauspielern und aufstrebenden Talenten gefunden werden, alle Entscheidungen stimmte Edgar Wright mit O’Malley ab.

In den USA war der Film ab Juli 2010 zu sehen, in Großbritannien ab August. Die Deutschlandpremiere war schon im Oktober des gleichen Jahres.

Musik

Da Scott Pilgrim der Bassist der Band Sex Bomb-omb ist, spielen auch der Soundtrack und die Filmmusik eine ausgesprochen wichtige Rolle. Auf dem offiziellen Soundtrack findet man Namen wie Nigel Godrich, Beck und Metrik. Auch Cornelius, Broken Social Scene, Kid Koala und Dan the Automator sind hier vertreten. Beck komponierte auch die Musik für Sex Bomb-omb. Auf Anfrage von Edgar Wright gab Nintendo die Erlaubnis, Musik aus „The Legend of Zelda“ als Untermalung einer Traumsequenz zu verwenden.

Filmkritiken

Nicht alle Kritiker mochten den Film, Variety nannte ihn ermüdend für Zuschauer über 25. Auch The Hollywood Reporter empfand den Film als kindisch und suchte vergeblich den Sinn in der Handlung. IGN dagegen bewertete positiv, der Film sei lustig und ausgefallen, gut geeignet für die vernetzte Generation. Die Kombination aus Lovestory und Actionspektakel werde der Vorlage gerecht. Auch der Regisseur Kevin Smith fand den Film großartig. Die Produktion erhielt zwei Satellite Awards. Allerdings konnte der Film die Produktionskosten von 60 Millionen Dollar nicht einspielen, das Einspielergebnis waren nur knapp 48 Millionen Dollar.